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Dies ist ein rie­si­ges Ar­chiv von fast al­lem, was Mar­tin Su­ter ge­macht hat, ge­ra­de macht und noch ma­chen will. Sie ha­ben zu bei­na­he al­lem da­von un­be­schränk­ten Zu­gang. Und wenn Sie Mem­ber wer­den, zu noch et­was mehr.

Neunzehn Uhr: Fred K. Nannini!

Stein­ta­ler ist nicht ei­ner, der in frem­de Agen­den schielt. Aber als Wart­bur­ger die Toi­let­te auf­sucht, lässt er sei­ne auf­ge­schla­gen prak­tisch un­ter Stein­ta­lers Na­se lie­gen. Wenn der Ein­trag ir­gend­wo im Di­ckicht al­ler an­de­ren Ein­trä­ge ge­stan­den hät­te, wä­re er viel­leicht noch zu über­se­hen. Aber er steht iso­liert im Don­ners­tag un­ter der sonst un­be­rühr­ten Ru­brik neun­zehn bis zwan­zig Uhr und ist zu­dem noch dop­pelt un­ter­stri­chen. Er lau­tet:  Neun­zehn Uhr: Fred K. Nannini!

Wenn er we­nigs­tens an­ders ge­lau­tet hät­te – „neun­zehn Uhr Fitness„oder „neun­zehn Uhr Oper“ –hät­te ihn Stein­ta­ler be­stimmt auch mit der an­ge­mes­se­nen Dis­kre­ti­on be­han­delt. Aber so platzt er gleich nach der Sit­zung bei Gür­t­ner rein. „Wart­bur­ger trifft sich mit Nannini!“

Die Nach­richt ver­fehlt ih­re Wir­kung nicht. Gür­t­ner, seit zwei Wo­chen Nicht­rau­cher, steckt sich ei­ne Zi­ga­ret­te an und fragt: „Wo­her hast du das?“

Ei­ne Vier­tel­stun­de spä­ter ist auch Baum­ho­fer in­for­miert. Sie ver­bar­ri­ka­die­ren sich in Gür­t­ners Bü­ro zu ei­ner Krisensitzung. 

Fred K. Nan­ni­ni ist der be­rüch­tigs­te Sa­nie­rer der Bran­che. Und auch ei­ner der er­folg­reichs­ten, wenn man Auf­wand und Er­trag als ein­zi­ge Kri­te­ri­en für den Er­folg ei­ner Un­ter­neh­mung be­trach­ten will. 

Baum­ho­fer, der sich et­was auf sei­ne Be­son­nen­heit in Kri­sen­si­tua­tio­nen ein­bil­det, fragt: „Irr­tum ausgeschlossen?“

„Ich kann doch le­sen“, Stein­ta­ler klingt et­was be­lei­digt. „Zwei­mal unterstrichen.“

„Far­big?“ fragt Gür­t­ner, der auch ana­ly­tisch vor­ge­hen kann.

„Nein. Aber mit Ausrufezeichen.“

Das Aus­ru­fe­zei­chen ist es, was den drei Be­reichs­lei­tern am meis­ten zu schaf­fen macht. Aus! Fer­tig! Schluss! Ge­nug ge­bas­telt! Jetzt wird durch­ge­grif­fen! Jetzt hol ich mir Nannini!

Das Aus­ru­fe­zei­chen ent­larvt den Schritt als das, was er ist: Ei­ne Über­re­ak­ti­on. Na­tür­lich hat der La­den sei­ne Pro­ble­me. Dar­über kann man im klei­nen Kreis ganz of­fen spre­chen. Aber nichts, was Stein­ta­ler, Gür­t­ler und Baum­ho­fer nicht selbst in den Griff be­kä­men. Vor al­lem jetzt, wo die Pro­ble­me er­kannt und die Mass­nah­men so gut wie ge­trof­fen sind. 

Nichts, wo­zu es ei­nen Fred K. Nan­ni­ni bräuchte.

Die drei ent­wi­ckeln ei­nen Not­plan: Die ver­blei­ben­den Ta­ge wer­den sie die bis­her mehr in­for­mell be­spro­che­nen Mass­nah­men aus­for­mu­lie­ren und in ei­nem Pro­gramm zu­sam­men­fas­sen, das sie Re­turn 2000  nen­nen wer­den. Am Don­ners­tag wer­den sie es Wart­bur­ger prä­sen­tie­ren. Mal se­hen, ob das nicht min­des­tens dem Aus­ru­fe­zei­chen hin­ter Nan­ni­ni den Gar­aus macht.

Am Don­ners­tag um sieb­zehn Uhr prä­sen­tie­ren sie Wart­bur­ger  ner­vös und über­näch­tigt Re­turn 2000 . Je nä­her der Ter­min mit Nan­ni­ni rückt, des­to be­geis­ter­ter ist Wart­bur­ger. Und als sie zur Stel­le mit dem Ver­zicht auf ih­re Bo­ni als per­sön­li­chen Bei­trag zur Sa­nie­rung kom­men, ruft er so­gar sei­ne Se­kre­tä­rin herein: 

”Frau Dom­bach, ru­fen sie doch bit­te Chez Nan­ni­ni an und las­sen Sie Fred Klein aus­rich­ten, er soll schon be­stel­len, bei mir wer­de es et­was später.”

28.6.2001 

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