Nase voll von Sprachverrohung?

Seite 16 (O‑Ton)

Mar­tin Su­ter hat wäh­rend der Re­cher­chen zu „Ei­ner von euch“ mit Bas­ti­an Schwein­stei­ger vie­le Ge­sprä­che ge­führt. In die­ser Ru­brik hö­ren Sie im Ori­gi­nal­ton Bas­tis Aus­sa­gen, die zu ganz be­stimm­ten Rom­an­stel­len zu­grun­de liegen. 

Hö­ren Sie hier Bas­ti­an Schwein­stei­ger zum The­ma „Kram­pus“ im O‑Ton:

Der Kram­pus

Bas­ti: Gut, du hast halt die­sen klas­si­schen Christ­kindl-Markt im­mer ge­habt, wo al­les zu­ge­schneit war. Ich weiß gar nicht, was ich da­mals hat­te. Da gibt’s doch die­se Crè­pes, kennst du die Pfannkuchen?

Su­ter: Ja.

Bas­ti: Die kannst du mir je­den Tag brin­gen. Al­so das ist mei­ne Lieb­lings­spei­se ge­we­sen, da­von konn­te ich vie­le es­sen. Es gibt auch manch­mal auf dem Christ­kindl-Markt die­se Stän­de, die aber nicht drau­ßen sind, die sind in­nen, und da herrscht im­mer so ei­ne be­sinn­li­che At­mo­sphä­re. Du siehst die Krip­pen und du siehst ei­ne klei­ne Aus­stel­lung und so­was. Da kann ich mich er­in­nern, das war im­mer sehr schön ei­gent­lich. Und da sind ko­mi­scher­wei­se auch die Leu­te im­mer ru­hi­ger. Das ist, wie wenn du in die Kir­che gehst, und die Leu­te sind ru­hig. Da bist rein­ge­gan­gen, und die Leu­te wa­ren auch ruhig.

Su­ter: Das wa­ren aber Stän­de, in die man hin­ein­ging? Oder wa­ren die in ei­nem Ge­bäu­de drin?

Bas­ti: Die wa­ren in ei­nem Ge­bäu­de drin. Und drau­ßen gab’s Stän­de wie zum Bei­spiel die­se Crè­pes-Stän­de. Dann sind da im­mer die Kram­perl rum­ge­lau­fen, vor de­nen ich am meis­ten Angst hat­te. Ich ha­be da­mals als klei­ner Jun­ge im­mer aus mei­nem Fens­ter ge­schaut, al­so ich hat­te ei­nen Blick auf die Stra­ße von mei­nem Zim­mer aus, und dann ha­be ich im­mer die Glo­cken ge­hört vom Kram­pus und vom Ni­ko­laus. Ich ha­be im­mer ge­hofft, dass es nur ein Kram­pus ist und nicht zwei. Manch­mal ha­be ich zwei ge­se­hen, und das war na­tür­lich im­mer … Beim Ni­ko­laus kann ich mich an ei­ne Ge­schich­te er­in­nern, da hat es ge­klin­gelt, und dann stand ein Ge­schenk­korb vom Ni­ko­laus di­rekt an der Tür­schwel­le. Dann ist mein Bru­der raus­ge­gan­gen und hat ihn schnell ge­holt. Aber du hat­test die­ses Ra­scheln im Hin­ter­grund noch von dem Kram­pus im Ohr, den hat­te man noch ge­hört. Er ist schnell raus und hat sich den Korb ge­holt, aber ich hat­te noch kei­nen Korb, und mein Korb stand zwei Me­ter da­hin­ter. Ich ha­be dann mei­nen Bru­der an­ge­bet­telt, den Korb zu ho­len. Al­so ich hat­te mich ver­steckt, und er hat ihn mir da­mals ge­holt. An die Ge­schich­te kann ich mich noch er­in­nern. Ja, ich hat­te da­mals gro­ße Angst vorm Krampus.

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