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Geri und das geistige Eigentum

Aus der As­ser­va­ten­kam­mer: Das zwei Jah­re al­te be­las­ten­de In­diz

Ent­spannt sitzt Ge­ri im Wohn­be­reich der Mi­ni-Loft vor ei­nem eis­kal­ten Sher­ry, sei­nem Lieb­lings-Ein­stim­mungs­ge­tränk. Es lo­ckert dis­kret und ele­gant die Zun­ge. Wie et­was Ho­möo­pa­thi­sches, ei­ne Art Not­fall­trop­fen für Nicht­ab­sti­nen­te.

Er ist fer­tig ge­stylt, so­gar zwei­mal, wie so oft. Des­we­gen be­ginnt er ja im­mer früh mit dem Sty­ling, da­mit ihm ge­nug Zeit bleibt für das Um­sty­ling. Ge­ri sagt im­mer: Der Mensch darf Feh­ler ma­chen, er muss nur dar­auf ach­ten, dass er ge­nug Zeit hat, sie zu kor­ri­gie­ren.

Und Zeit braucht es. Sty­ling-Feh­ler sind ja sel­ten klar de­fi­niert. Meis­tens ist es rei­ne Ge­fühls­sa­che, ob ein V- oder ein O‑Ausschnitt zum T‑Shirt falsch oder rich­tig ist. Im­mer wie­der be­fin­det er sich in der Si­tua­ti­on, dass er sich im V ir­gend­wie nicht wohl­fühlt, zum O wech­selt, sich auch dar­in nicht wohl­fühlt, zum Hemd wech­selt, sich auch dar­in ir­gend­wie da­ne­ben fühlt, sich auf V zu­rückstylt, sich wohl­fühlt, das Haus ver­lässt, kurz vor Er­rei­chen des Ziels – meis­tens ist es das Num­ber­less – wie­der nicht wohl­fühlt, zu­rück­geht, sich um­stylt und – trotz­dem nicht zu spät kommt. Time Ma­nage­ment, eben.

Wie Ge­ri so ent­spannt an sei­nem Sher­ry nippt, tram­pelt plötz­lich sein Mit­be­woh­ner Hans­pe­ter her­ein und KNALLT et­was so hef­tig auf das Club­tisch­chen, dass Ge­ri er­schrickt und et­was von sei­nem Ein­stim­mungs­drink ver­schüt­tet.

«Da!», ju­belt Hans­pe­ter.