Geri und guess_who
In dieser Nacht steht Geri dreimal auf und checkt seine E‑Post. ”There is no mail in this mailbox”, informiert ihn jedesmal hämisch seine Inbox. Und präzisiert: 0 Message(s), 0 New.
Beim dritten Mal ist es fast fünf Uhr. Die Wirkung der Camparis und Biere ist durch deren Nachwirkungen abgelöst worden. Geri füllt sein grösstes Glas mit Wasser und holt zwei Alka Seltzer aus dem Spiegelschränkchen im Bad.
Während er wartet, bis sich der Sturm im Alka Seltzerglas legt, überlegt er, weshalb ihn der Mann, den sein Blick im Spiegel streifte, an einen traurigen Clown erinnert hat. Er holt seine Brille und geht zurück zum Spiegel.
Zwischen Nase und Oberlippe verläuft ein breiter Streifen von sechs Zentimeter Länge. Und zwischen Kinn und Unterlippe ein zweiter von exakt den gleichen Abmessungen. Sie heben sich durch ihr hektisches Rot scharf von Geris Teint ab und sind etwas erhaben, was ihnen etwas Dreidimensionales verleiht. Ein Effekt, der sich in den kommenden Stunden noch verstärken wird, falls Geri die Erinnerung an die Heftpflasterallegien seiner Jugend nicht trügt.