Geri und die grüne Fee
Von den vielen Peinlichkeiten in Geri Weibels Biographie ist Onkel Kurt eine der grösseren. Es war schon kein Staat mit ihm zu machen, als er noch als Materialverwalter auf dem Hauptsitz einer Versicherung tätig war. Aber dann wurde Onkel Kurt pensioniert. Er liess sich von Tante Julie scheiden, trägt die Haare lang und schwarz gefärbt, behängt sich mit Herrenschmuck und verschickt Humorpostkarten aus allen Last-Minute-Destinationen dieser Welt. Geri muss jedesmal, wenn er den Briefkasten öffnet, prüfende Blicke über die Schultern werfen.
Onkel Kurt ist der Bruder von Geris Vater. Deswegen sind persönliche Begegnungen mit ihm bei aller Vorsicht nicht ganz zu vermeiden. Die letzte ereignete sich am Geburtstag seiner Mutter, der zum Glück in einem von Geris Szene nicht frequentierten Ausflugslokal gefeiert wurde. Onkel Kurt tauchte dort mit einer Flasche Absinth auf, die er aus Mallorca mitgebracht hatte. ”Aber lass dich nicht erwischen”, zwinkerte er Geris Mutter zu, ”das Zeug ist hier verboten.”