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Nick Gerbers Kolumnen Element 9

April

Es läu­tet drei­mal. Er könn­te nicht zu Hau­se sein. War­ten, bis es wie­der drei­mal läu­tet. War­ten, bis der Brief­trä­ger die Ab­ho­lungs­ein­la­dung aus­ge­füllt hat. War­ten, ei­ne Wo­che oder zwei, bis er wie­der drei­mal läu­tet. War­ten, ein paar Ta­ge oder län­ger, bis zwei Po­li­zis­ten läu­ten. Rechts­vor­schlag er­he­ben. War­ten, was pas­siert.

Es läu­tet wie­der drei­mal. Der Mann geht zum Fens­ter, öff­net es. „Kom­me!“, ruft er. Schließt das Fens­ter. Wo­nach hat es ge­ro­chen? Nach et­was von frü­her, lan­ge her. Er geht die Trep­pe hin­un­ter. Der Brief­trä­ger steht in der Son­ne mit dem Emp­fangs­buch und dem Zah­lungs­be­fehl. „Brin­ge auch lie­ber an­ge­neh­me Post“, sagt er. Man glaubt es ihm.

„Er­he­be Rechts­vor­schlag“ schreibt der Mann auf die da­für vor­ge­se­he­ne Stel­le und gibt den Fa­ckel zu­rück. „Rie­chen Sie das auch?“

Der Brief­trä­ger schnüf­felt. „Frü­her hat es so ge­ro­chen.“ Der Brief­trä­ger geht, der Mann bleibt un­ter der Tür ste­hen, schnup­pert. Jetzt weiß er es: Früh­ling. Er geht die Trep­pe hin­auf, sein Schritt et­was we­ni­ger schwer.