Kolumne

 

Die Ochsen-Bar ist leer bis auf zwei japanische Touristinnen, die bei einem Mineralwasser die Stadtkarte studieren. Vogel und Lindner haben sich ihren Lieblings-Nischentisch aus­ge­sucht. Beide bestellen einen Vodka Soda, weil Wasser, wie Lindner sagt, das beste Getränk der Welt ist. Aber nur wenn es auch ein wenig lustig macht.

„Und, was ist so wichtig, dass wir es nur um vier Uhr nach­mit­tags in der Ochsen-Bar besprechen können?“, will Vogel wissen.

„Ab nächstem Monat werden wir von FehrAdvice beraten.“ Lindner lehnt sich zurück und wartet auf die Wirkung dieser Bombe.

Aber sie bleibt aus. Vogel fragt nur: „Das ist eine Un­ter­neh­mens­be­ra­tung, nicht?“

Lindner verschluckt sich an seinem Vodka Soda. Als er wieder sprechen kann, sagt er: „Eine Unternehmensberatung? Es ist DIE verhaltensökonomische Wirtschaftsberatung!“

„Und was machen die mehr, als zu versuchen, Unternehmen besser zu machen?“

Versuchen, die Welt besser zu machen.“

Jetzt ist es Vogel, der sich verschluckt. „Die Welt? Und wie das?“

„Mit evidenzbasierten Lösungen.“

„Aha.“

„Gib’s zu: Du weißt nicht, was das ist.“

„Aber du.“

„Klar. FehrAdvice orientiert sich inhaltlich an den Methoden und wissenschaftlichen Ergebnissen der Verhaltensökonomie.“

Vogel lässt Eiswürfel und Zitronenschnitz im Glas kreisen und denkt nach.

Lindner kommt ihm zu Hilfe: „Verhaltensökonomie spiegelt interdisziplinär die Schnittmenge zwischen der klassischen Ökonomie, der Psychologie, der Soziologie und den modernen Neurowissenschaften wider.“

„Und damit machen die die Welt und uns besser?“

„Nicht nur damit. Auch mit ihrem Behavioral-Design-Ansatz. Wir müssen natürlich auch etwas dazu beitragen: Höchst­mög­liches verlässliches Engagement, nicht nur mit-, auch für­ein­ander arbeiten, unsere Werte verin­ner­lichen...“

„...welche Werte?“, unterbricht  Vogel.

„Das sagen die uns dann.“

Beide nehmen einen Schluck.

„Nur so“, doziert Lindner weiter, „können die mit dem Kunden evidenzbasierte Prototypen designen, testen und damit er­folgs­ver­sprech­en­de Lösungen implementieren.“

„Du meinst umsetzen.“

„Nein, implementieren. Die Implementierbarkeit ist total wich­tig. Die evidenzbasierten Erkenntnisse müssen immer zu im­ple-men­tier­baren Maßnahmen führen, die entweder in Form von Verhaltensprinzipien und daraus abgeleiteten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen oder operativ im­ple­men­tier­ba­ren Frameworks aus­ge­sta­ltet werden.“

„Hä?“

„Die erklären uns das dann.“

„Und wenn wir es nicht verstehen?“

Die zu erarbeitenden Lösungen werden durch den Berater für den Kunden kognitiv einfach zugänglich und daher im­ple­men­tier­bar gemacht.“

Beide trinken ihr Glas leer. Vogel macht dem Barman das Zeichen für die Rech­nung.

„Gehst du in Vorleistung?“, fragt Lindner.

„Ist das auch FehrAdvice?“

„Ja. Das ist, wenn du mir einen Drink bezahlst, bevor ich dir einen bezahlt habe.“

„Und wie heißt es, wenn du uns darauf noch eine Runde bestellst?“

Dann verhalte ich mich positiv reziprok in Bezug auf Vor­lei­stun­gen anderer.“

„Dann tu das. Ich brauch’s jetzt.“

 

Alles kursiv Gesetzte sind Zitate aus Vision, Mission und Werte oder Identität der Behavioral Designerin von FehrAdvice.

 

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