Kolumne

 

Um vier Uhr früh steht Winkler auf, um ja nicht die Sieben-Uhr-Maschine zu verpassen. Die ist dann eine Stunde verspätet. Ope­ratio­nal Reasons (Zusatzinhalt anzeigen)   .

Als das Boarding endlich completed ist, folgt die Durchsage des Piloten, dass sie ihren Slot verpasst hätten und jetzt vierzig Minuten auf den nächsten warten müssten. Seine Stimme klingt etwas genervt, als wäre es die Schuld der Passagiere.

Noch aus der Maschine ruft Winkler die PA des CEOs an, bereitet sie auf die Verspätung vor und bittet sie, sein Traktandum den­noch nicht nach hinten zu moven, weil es wichtig sei, dass er die Mittagsmaschine erreiche.

Sie versichert ihm, dass sie ihr Möglichstes tun werde.

Aus den vierzig Minuten werden dann fünfzig.

Als er endlich zum Meeting dazustößt, stellt sich heraus, dass das Möglichste der PA gewesen war, Winklers Traktandum ans Ende zu legen und ihn auf die Nachmittagsmaschine umzubuchen.

Für diese ist Winkler dann natürlich viel zu früh am Flughafen und begibt sich in die Business Lounge.

Sie ist bis auf den letzten Platz besetzt.

Jetzt steht er hier blöd herum mit seinem Köfferchen voller blöder Akten (Zusatzinhalt anzeigen)   , die man ihm auch elektronisch hätte zukommen lassen können, und mit dem vom Warten auf ein blödes Taxi feucht gewordenen blöden Burberry über der Schulter. Er versucht, nicht auszusehen, als warte er auf einen Sitzplatz.

Das gelingt ihm offenbar so überzeugend, dass ein Neu­an­kömm­ling sich auf den Sessel setzt, der soeben drei Schritte von Winkler entfernt frei wird.

 

 

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