Kolumne

 

Nun soll also für Arbeitgeber inzwischen die emotionale Intelligenz wichtiger sein als die richtige. (Das Wort „emotionale“ setzt Krüger in Gedanken in Luftanführungs­zeichen (Zusatzinhalt anzeigen)   .) Und ein wichtiger Bestandteil davon sei „Empathie“, sprich „Einfühlungsvermögen“.

Bisher hat sich Krüger nicht eingefühlt. Nicht, dass er es nicht könnte – Krüger kann alles, was ihm irgendwie nützt – aber es wurde schlicht nicht verlangt. Noch nie war er in einem Assessment oder bei einem Jahresgespräch, an dem es hieß: „Herr Krüger, jetzt fühlen Sie sich mal ein.“

Aber jetzt, wo die emotionale Intelligenz fast noch wichtiger sei als die richtige und diese Einfühlerei ein fester Bestand­teil davon, entschließt er sich, etwas widerstrebend, aber pflichtbewusst, zu einem Probelauf. Als Übungsobjekt wählt er, - ist ja egal wen, sagen wir ... wen?

Krüger schließt die Augen, lässt den Zeigefinger kurz über dem Telefon kreisen, sticht runter auf die internen Nummern und schlägt die Augen auf.

„Weber“ steht auf dem Display.

Naja, wenn er nicht den Zufall hätte entscheiden lassen, wäre Weber nicht gerade erste Wahl gewesen. Aber never mind, auf diese Weise wird die Versuchsanlage realistischer.

 

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