Kolumne

 

Alfred Hugmann ist nicht einer, der nicht loslassen kann. Schon seit Jahren ist er auf der Suche nach ei­nem Nachfolger. Bereits vor Erreichen seines Rentenal­ters be­trach­tet er jede Neueinstellung auch unter diesem Aspekt. Ist dieser Mann – eine Frau käme ja auch in Frage, Hugmann ist da völlig vorurteilslos,  wenn es sich nicht ausgerechnet um die Maschi­nen­in­dustrie handeln würde – ist also dieser Mann in der Lage, ein Unternehmen wie die Hugag zu leiten und für die Zu­kunft zu wappnen? Besitzt er die Erfahrung, die unter­nehmerische Weitsicht und, ja auch das braucht es: das gewisse Maß an Opferbereitschaft?

Immer wieder stößt er auf Kandidaten, bei denen er diese Frage mit einem resoluten: „Ja, durchaus eventu­ell schon“ beantworten kann. Aber jedes Mal stellt sich nach einer Weile heraus, dass es an etwas Entscheiden­dem mangelt.

Manchmal sind es große Dinge, wie eine gewisse Form der Insub­ordination, eine Art Selbständigkeitsbedürfnis, die in seinen Augen nichts anderes als einen Mangel an Respekt ihm, Hugmann, gegenüber darstellen. Ja, kann denn jemand, der dem Un­ter­neh­mens­füh­rer nicht den nöti­gen Respekt zollt, eines Tages selbst als Unter­neh­mens­füh­rer respektiert werden?

 

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