Kolumne

 

Geri Weibel (Zusatzinhalt anzeigen)   ist zurück. 

Also nicht wirklich. Geri ist nur sozusagen zurück. Physisch. Er befindet sich quasi in der Stadt. Beziehungsweise nicht weit davon. Physisch. Aber psychisch? Psychisch nicht so. Er weiß noch nicht genau, wie er zurückkommen will. So, als wäre er nie weggewesen? Oder mit einem großen Auftritt?

Genau genommen war sein einzig wirklich großer Auftritt sein großer Abgang gewesen. Damals, als er mit Aira ohne Vorwarnung verschwand. Ab in die Südsee! Einziges Lebenszeichen nach Wochen: Eine Postkarte. „Don’t wish you were here.“ Wow! Die Gesichter hätte er sehen wollen. 

Aber eben: Nach diesem Abgang nach Jahren ohne Aira zurückzukommen ist keine gute Basis für einen großen Auftritt. 

Aus diesem Grund ist Geri zwar schon eine ganze Weile hier, aber nicht zurück. Er muss zuerst das Terrain sondieren und wohnt inkognito in einer AirBnb-Unterkunft (Zusatzinhalt anzeigen) in Steiberg Dorf, fünfunddreißig Minuten S-Bahn vom Stadtzentrum entfernt. Dort hat er ein Zimmer in einer Zweizimmerwohnung in einem gelben Block aus den achtziger Jahren gemietet, die einem Hanspeter gehört. 

Keine gute Wahl. Dieser Hanspeter wohnt ebenfalls dort, schläft auf einem Feldbett im Wohnzimmer und teilt Bad, WC und Küche mit Geri. Er ist Langzeitarbeitsloser und lebt von der Sozialhilfe und den achthundert Franken Miete, die ihm Geri bezahlt. (Zusatzinhalt anzeigen) Und er ist einsam. 

Egal, wann Geri nach Hause kommt, Hanspeter wartet auf ihn, drängt ihm ein lauwarmes Bier auf und erzählt ihm sein Leben. 

Seit er eingezogen ist, will Geri wieder ausziehen. Aber er schiebt es immer wieder auf. Er bringt es nicht übers Herz. 

Einen Vorteil hat Hanspeter: Er lässt Geri seinen Computer benutzen. So kann er sich online etwas updaten. Denn Airas Marina war offline gewesen. Und Geri dadurch nicht mehr ganz auf dem neusten Stand.

Sonst wäre ihm das mit dem Bart nicht passiert. 

 

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