Kolumne

 


„Noch etwas“, sagt Eckert, der Vice President, gerade, als Schilling, der CEO, das Meeting aufheben will, „Ott ist jetzt Manager.“

„Welcher Ott?“

„Ott von der GLEBAG.“

Die GLEBAG ist einer der wichtigsten Kunden der Stabolen. Schilling sollte eigentlich wissen, wer Ott ist. Der Mann ist seit über drei Jahren, also von Anfang an, der Projektverantwortliche und wichtigste Ansprechpartner des Unternehmens.

„Ach so, dieser Ott“, antwortet Schilling, „Manager wovon?“

Product Development.

„Und bisher war er…?“

„Associate.“

Schilling grinst, sagt: „Wahrscheinlich statt Lohnerhöhung“, und erhebt sich. Es ist siebzehn Uhr dreißig, seine Apérozeit. Wer Über­stunden macht, ist schlecht organisiert, ist seine Devise.

Er nimmt das Jackett von der Stuhllehne und sieht Eckert erwartungsvoll an. Seine Körperfülle ist bei gewissen Be­we­gun­gen ein wenig hin­derlich.

Während er ihm ins Jackett hilft, sagt Eckert: „Das schafft für uns ein Problem.“

„Lösen Sie es“, sagt Schilling. Er gefällt sich als der coole dele­ga­ti­ons­fähige Leader. „Lösen Sie es“ ist eine seiner Lieb­lings­an­wei­sungen.

 

 

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