Kolumne

 

„Ist etwas?“
„Was soll sein?“
„Na, weil du mit mir frühstückst. Um Viertel vor sieben.“
„Stört es dich?“
„Nein, nein, im Gegenteil. Es ist nur ungewöhnlich.“
„Es muss ja nicht immer alles gewöhnlich sein.“
Sandra Hug ist in eine Art Kimono gehüllt und hat die Haare mit einem Seidentuch hochgebunden.
Rudolf Hug trägt seinen Nadelstreifen-Dreiteiler und eine Krawatte, die sie nicht kennt.
„Ist doch schön, ab und zu gemeinsam zu frühstücken.“
„Finde ich auch.“
„Oder hättest du lieber die Zeitung gelesen?“
Hug faltet die Zeitung zusammen, legt sie demonstrativ neben den Teller, präpariert ein Croissant mit Butter und Honig, nimmt einen Biss und fragt kauend: „Und?“
„Schon verrückt, die Sache mit der Bespitzelung.“
„Welche Bespitzelung?“
„Von diesem Bankmanager. Durch andere Bankmanager der Konkurrenz.“

 

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