Kolumne

 

Karriereknick würde er es nicht nennen, aber so eine gewisse Erlahmung der einst dynamischen Karrierekurve lässt sich in selbstkritischen Momenten nicht ganz von der Hand weisen. Deswegen meidet Bollinger selbstkritische Momente nach Möglichkeit.

Aber manchmal sind sie unausweichlich, besonders, weil Judith die selbstkritischen ebenfalls meidet. Die kritischen hingegen überhaupt nicht.

Zum Beispiel: Er kommt nach Hause und sagt: „Stell dir vor, die Mettler ist Head of Sales geworden, dabei haben wir gar keine Frauenquote“, antwortet sie: „Vielleicht ist sie einfach besser.“

Nun ist Bollinger nicht der Typ, der unangenehme Wahrheiten einfach beiseite schiebt[ (Zusatzinhalt anzeigen) . Er zieht selbst diese Möglichkeit in Erwägung.

Ist sie einfach fachlich besser, fragt er sich, oder ist sie besser, weil sie eine Frau ist? Die erste Möglichkeit verwirft er rasch. Sie ernsthaft zu erwägen wäre dann doch etwas zu autodestruktiv. Und die zweite? Ist der Mann denn vor den karrierehungrigen Frauen nicht mehr durch die gute alte „gläserne Decke“ geschützt, gegen die die weibliche Konkurrenz ab einer gewissen Stufe automatisch stößt? Vorsichtshalber wappnet er sich auch gegen diese Eventualität.

Welche Führungseigenschaften besitzen Frauen von Natur aus, die Männern fehlen? Und wie kann man sie sich aneignen? (Zusatzinhalt anzeigen)

 

 

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