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Geri Weibel

Pop-up, Geri!

Kaum Leu­te im NUMBERLESS.

„Wo sind bloß al­le?“, wun­dert sich Ge­ri.

Es ist ein kal­ter De­zem­ber­abend, ein grau­er Schlei­er hängt zwi­schen den Häu­ser­zei­len, die nas­sen Geh­stei­ge spie­geln tris­te Weih­nachts­be­leuch­tun­gen. Ein Wet­ter, das nor­ma­ler­wei­se die Men­schen in die Be­hag­lich­keit der Bars und Clubs trei­ben wür­de.

Heu­te tut es das nicht. Im NUMBERLESS hän­gen ein paar Ag­glos her­um, die ge­hört ha­ben, dass hier die Post ab­geht. Char­ly lehnt mit ver­schränk­ten Ar­men an der Fla­schen­wand und stiert sei­ne paar Gäs­te vor­wurfs­voll an, als könn­ten sie et­was da­für, dass die an­de­ren nicht kom­men.

Ge­ri kippt den Rest sei­nes Ne­gro­ni run­ter und hebt das lee­re Glas in die Hö­he. Char­ly nickt und macht sich dar­an, ei­nen neu­en zu mi­xen. Aber Ge­ri schüt­telt den Kopf und winkt ihn her­an.

„Ei­nen High­ball, for a chan­ge“, sagt er.

Char­ly sieht ihn mit­lei­dig an: „Was für ei­nen?“

„Gibt es ver­schie­de­ne?“, fragt Ge­ri und ist froh, dass die an­de­ren nicht hier sind.

„Du­bon­net High­ball, Slow Down High­ball, Au­re­um High­ball, Di­ki Di­ki High­ball, Bour­bon High­ball, Moscow Mu­le High­ball, Dark ‘n’ Stor­my High­ball, Cu­ba Libre, you na­me it.“

Der Ein­zi­ge, den Ge­ri kennt, ist der Cu­ba Libre, aber der war frü­her nicht po­li­tisch kor­rekt ge­we­sen. Mög­li­cher­wei­se ist er es jetzt, aber si­cher­heits­hal­ber be­stellt er, als tä­te er dies je­den Tag, ei­nen Dark ‘n’ Stor­my.

Er schaut zu, wie Char­ly Li­met­ten­saft, dun­kel­brau­nen al­ten Rum, Gin­ger Beer und Eis­wür­fel in ein ho­hes Glas gibt und mit sei­nem lan­gen Bar­löf­fel um­rührt.

„Wo sind denn al­le?“, wagt er zu fra­gen, als Char­ly den Long­drink ge­lang­weilt vor ihn hin­stellt.

„Wo wohl?“, ant­wor­tet Char­ly schul­ter­zu­ckend.