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Business Class

Wo bleibt Stettbeiner?

Ei­ner, der den Lock­down im­mer wie­der de­mons­tra­tiv un­ter­bro­chen hat, ist Stett­bei­ner. Er tauch­te wäh­rend die­ser Zeit re­gel­mä­ßig im Ver­wal­tungs­ge­bäu­de auf und eil­te ge­schäf­tig durch die lee­ren Gän­ge. Ab und zu traf er auf ei­nen mas­kier­ten Putz­trupp oder ei­nen tä­to­wier­ten Se­cu­ri­ty-Mann, dem er sei­nen Per­so­nal­aus­weis zei­gen muss­te.

„Stett-bei-ner“, ar­ti­ku­lier­te er je­weils über­deut­lich, „mit zwei T“. In der Hoff­nung, dass sein Na­me im­mer wie­der wie ein Mahn­mal der Pflicht­er­fül­lung in den Si­cher­heits­rap­por­ten auf­taucht.

Die Bü­ro­tür ließ er je­weils of­fen für den Fall, dass je­mand aus dem Per­so­nal­kör­per vor­bei­ging und sah, dass Stett-bei-ner oh­ne Rück­sicht auf sei­ne Ge­sund­heit sei­ne Ar­beits­kraft dem Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung stell­te.

Die Hoff­nung war plau­si­bel, weil, wer wäh­rend des Lock­down ins Bü­ro geht, auch will, dass man das er­fährt und des­halb da­von er­zählt. Zum Bei­spiel so:

„Stell dir vor, als ich ges­tern im Bü­ro war, wen se­he ich dort, tief in die Ar­beit ver­sun­ken? Stett-bei-ner him­s­elf!“

Es kam al­ler­dings äu­ßerst sel­ten vor, dass je­mand  wäh­rend des Lock­down im Ver­wal­tungs­ge­bäu­de an­zu­tref­fen war. Was wie­der­um sei­ne An­we­sen­heit für all­fäl­li­ge Zeu­gen noch er­wäh­nens­wer­ter ma­chen wür­de. Um si­cher­zu­ge­hen, dass auch sei­ne un­be­ob­ach­te­te An­we­sen­heit re­gis­triert wur­de, hin­ter­ließ Stett­bei­ner Spu­ren.