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Trau keinem at home

Was De­cker am meis­ten be­schäf­tigt am Home-Of­fice, ist die Fra­ge: Was ma­chen die at home? Sind die über­haupt at home? Kann man sich bei Leu­ten wie Klemm oder Ha­ge­mann, vor al­lem bei Ha­ge­mann, dar­auf ver­las­sen, dass die at home sind?

Nein. Kann man de­fi­ni­tiv nicht.

Wenn er sich auf Klemm oder Ha­ge­mann ver­las­sen könn­te, dann wä­re in letz­ter Zeit ei­ni­ges an­ders ge­lau­fen. Stich­wort Eind­ho­ven, um nur ei­nes zu nen­nen. Wenn er, De­cker, nicht so gut­mü­tig wä­re, dann wä­ren die bei­den Mit­glie­der der er­wei­ter­ten Ge­schäfts­lei­tung  längst Ex­mit­glie­der der er­wei­ter­ten Ge­schäfts­lei­tung. Doch bei al­ler Gut­mü­tig­keit: Wenn er ge­ahnt hät­te, dass sie ei­nes Ta­ges ge­zwun­gen sein wür­den, im Home-Of­fice zu ar­bei­ten, dann hät­te er sich vor­beu­gend von Klemm und Ha­ge­mann ent­las­tet.

Wenn er ehr­lich ist, funk­tio­nie­ren die bei­den nur un­ter Über­wa­chung. Nicht un­ter per­ma­nen­ter, aber stich­pro­be­mä­ßi­ger.

Doch sein zu­fäl­li­ges, über­ra­schen­des im vier­ten Stock Auf­tau­chen und un­ter ei­nem Vor­wand im Bü­ro des ei­nen oder an­de­ren Rein­schau­en geht in Zei­ten des Home-Of­fice lei­der nicht mehr.

De­cker hat sich in sei­nem Ar­beits­zim­mer ein­ge­rich­tet, als wä­re es sein rich­ti­ges Bü­ro, und tut, als wür­de er sich auf die bei­den  ver­las­sen. Ver­sucht es zu­min­dest.

Aber im­mer wie­der sieht er Klemm an sei­nem Ess­tisch sit­zen und nichts tun. Er kann sich ein sehr ge­nau­es Bild von die­ser Si­tua­ti­on ma­chen. Er und Han­na wa­ren näm­lich schon ein­mal bei Klemms ein­ge­la­den. Ei­ne Pri­vat­be­wir­tung, die er man­gels Geis­tes­ge­gen­wart an­ge­nom­men hat­te. Und zu der, wie sich her­aus­stell­te, als zwei­tes Paar aus­ge­rech­net die Ha­ge­manns ein­ge­la­den wa­ren. Of­fen­sicht­lich ein be­freun­de­tes Ehe­paar! Die vier duz­ten sich! Theo­re­tisch hat­te er nichts ein­zu­wen­den ge­gen be­freun­de­te Ehe­paa­re. Aber prak­tisch schon. Bei ei­ner Pri­vat­be­wir­tung bei zwei be­freun­de­ten Ehe­paa­ren fühlt man sich näm­lich als Vor­ge­setz­ter trotz hier­ar­chi­scher Über­le­gen­heit als Au­ßen­sei­ter. Vor al­lem dann, wenn man das ers­te Paar ist, das sich ver­ab­schie­det. Dann re­den die län­ger Blei­ben­den näm­lich über ei­nen.