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Schönfeld und das Home-Office

Die Kri­se trifft auch Wer­ner Schön­feld. Ab Mon­tag muss er im Home-Of­fice ar­bei­ten.

Die Maß­nah­me hat er zwar nicht selbst an­ge­ord­net, da­für ist er hier­ar­chisch – noch – zu we­nig hoch po­si­tio­niert. Aber er ist im­mer­hin an­we­send im Gre­mi­um, das die­sen Schritt am Frei­tag be­schließt. Bes­ser ge­sagt: ab­nickt, als Spren­ger, sein CEO, die­sen „zur Dis­kus­si­on stellt“, wie der sei­ne ein­sa­men Ent­schei­dun­gen nennt.

„Al­le, de­ren phy­si­sche Prä­senz nicht un­ab­ding­bar ist – ab ins Home-Of­fice“, lau­tet des­sen Wei­sung.

Be­reits die Vor­stel­lung, dass sei­ne phy­si­sche Prä­senz nicht un­ab­ding­bar sein könn­te, löst bei Schön­feld ein zwie­späl­ti­ges Ge­fühl aus. Ei­ner­seits ist es schmei­chel­haft, dass man ihn ein­schätzt als je­man­den, des­sen rein psy­chi­sche oder geis­ti­ge oder in­tel­lek­tu­el­le Prä­senz ge­nügt, um zu füh­ren, mo­ti­vie­ren, in­spi­rie­ren. An­de­rer­seits trifft ihn die An­nah­me, man kön­ne et­wa oh­ne sei­ne phy­si­sche Prä­senz aus­kom­men. Er bil­det sich näm­lich al­ler­hand auf die­se ein.

Zu recht. Schön­feld ist ob­jek­tiv ei­ne ein­neh­men­de, an­ge­neh­me und gut­aus­se­hen­de Er­schei­nung, das hat man ihm im­mer wie­der zu ver­ste­hen ge­ge­ben. Ei­ne Er­kennt­nis, de­ren er sich ab und zu per­sön­lich ver­si­chert, mit Hil­fe von Spie­geln und Sel­fies. Denn was taugt ei­ne ob­jek­ti­ve Mei­nung, wenn sie nicht durch ei­ne sub­jek­ti­ve un­ter­mau­ert ist?