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Das Gute an der Krise

„Lie­ber Jack“, schreibt Al­fred Rie­ger, der CEO der Ca­van­di­nag, sei­nem Chair­man, Jack Kess­ler, „Lie­ber Jack, ganz un­ter uns, die­se Co­ro­na­kri­se hat auch ihr Gu­tes.“

„Gu­tes“?, über­legt er. Ist das viel­leicht et­was zu über­spitzt for­mu­liert? Bes­ser: „…nicht nur Schlech­tes“? Oder: „…bie­tet auch ge­wis­se Vor­tei­le“? Oder: „…hat auch ih­re po­si­ti­ve Sei­te“?

Er be­schließt, am Schluss noch­mals auf den An­fang zu­rück­zu­kom­men, und be­lässt es vor­läu­fig bei „Lie­ber Jack, ganz un­ter uns, die­se Co­ro­na­kri­se hat auch ihr Gu­tes.“ 

Dann kommt er zum Punkt. Sein Chair­man mag kei­ne lan­gen Vor­re­den.

„Sie gibt uns näm­lich den per­fek­ten Vor­wand, die ge­plan­ten Out­sour­cing-Mea­su­res, die Schlie­ßung des Wer­kes Strei­ben­ach und den Stel­len­ab­bau von 320 P durch­zu­zie­hen. Die Maß­nah­men wer­den sich naht­los in die ar­beits­po­li­ti­schen Maß­nah­men vor dem Hin­ter­grund der Kri­se ein­fü­gen.“

„Naht­los“? Oder bes­ser „smooth­ly“? Jack Kess­ler neigt zu An­gli­zis­men.

Rie­ger steht vom Schreib­tisch auf, öff­net das Fens­ter und at­met die früh­lings­haf­te Luft ein. Sie duf­tet nach dem Flie­der, der im Gar­ten in vol­ler Blü­te steht. Im Pool steht ein Ar­bei­ter und rei­nigt mit dem Kärcher den Pool für den Som­mer­be­trieb. Rie­ger schließt das Fens­ter, geht zu­rück zum Schreib­tisch sei­nes Home-Of­fice und macht sich wie­der an die Ar­beit. „Naht­los“ oder „smooth­ly“?